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Gosho-Puppen

von Kôhô YOSHINO - Klassische und zeitgenössische Kreationen – Sonderausstellung im Sieboldmuseum

Japanische Puppen haben ihre große Zeit in der Edo-Periode (17. Jh.). Die meisten von ihnen werden noch heute hergestellt. In der langen „Ahnenreihe“ gelten die weißglänzenden Gosho-Puppen als die wichtigsten und anziehendsten. Mit ihrer stilisierten Disproportion, dem übergroßen Kopf und den runden Gliedern am kurzen dicken Körper strahlen sie einen eigenartigen Charme aus. Ihr mattschimmerndes, weißes Inkarnat erhalten sie durch den gofun-Anstrich aus pulverisierter Austernschale.

Yoshino-sans Puppen heben sich von anderen Gosho Ningyô dadurch ab, dass er erkannt hat, dass Tradition zwar sehr wichtig ist, diese aber allein nicht ausreicht. Er nimmt etwas aus der Tradition und fügt Neues, Originelles hinzu. Heute fertigt er z.B. auch „Puppen“ mit Katzen- oder Kaninchenköpfen und Puppen, die Gestalten japanischer Volksmärchen sowie andere Charaktere darstellen.

Yoshino hatte eine langjährige Ausbildung bei einem Holzschnittmeister und einem Hofpuppenmeister. Immer noch gefragt sind seine Unterrichtskurse für Puppenherstellung und seit 1982 ist er fünfter Gründernachfolger für Edo-Kimekomi-Puppen.


Ausstellungsdauer: 09.11.2019 – 01.03.2020