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Sonderausstellung im Siebold-Museum

Ein Paradies für Kinder – eine Kindheit in Japan um 1900

Fast jeder Reisende hat das Wort des englischen Gesandten Alcock wiederholt, dass Japan das Paradies der Kinder sei, und mit Recht. Die Erziehung wird mit Ruhe und Freundlichkeit geleitet. Daher werden Kinder selten gezüchtigt, und auch in der Schule ist körperliche Strafe streng verboten. Dennoch gibt es keine folgsameren Schulkinder als die in Japan.“ So äußerte sich Mori Ōgais Lehrer Erwin Baelz 1894, der als Professor der Medizin in Tōkyō wirkte. Zahlreiche Zeitgenossen bestätigten seine Beobachtungen, und ihre Einschätzungen wurden zu einem festen Beschreibungsmuster in der Japanliteratur um die Jahrhundertwende.

Die Ausstellung arbeitet heraus, wie sich das Bild des „Kinderparadieses“ etablierte. So findet sich auf der Suche nach den Spuren, die junge Menschen in den Zeugnissen Japanreisender hinterlassen haben, reiches Material. Fotografien, Zeichnungen und Reiseberichte veranschaulichen die oftmals ausgeprägt positive Wahrnehmung der Lebenssituation japanischer Kinder. Die Exponate gehen indessen über ein idealisierendes Bild hinaus und ermöglichen Einblicke in weniger idyllische Aspekte japanischer Kindheit während des Übergangs in die Moderne.

Die Ausstellung ist eine Leihgabe der Mori-Ogai-Gedenkstätte der Humboldt-Universität zu Berlin, mit freundlicher Unterstützung von Dr. Harald Salomon (wissenschaftliche Leitung) und Beate Wonde (Kuratorin).

Die Ausstellung wird im Siebold-Museum vom dritten September 2017 bis zum 26. November 2017 gezeigt.

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 14.30 - 17.30 Uhr
sowie nach Vereinbarung.
Montags geschlossen!