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In Zeiten des abnehmenden Lichts

Der HÖRFILM im Central – nach dem gleichnamigen Buch von Eugen Ruge

Ostberlin, im Frühherbst 1989. Wilhelm Powileit, hochdekoriertes SED-Parteimitglied
und Patriarch der Familie, wird heute 90 Jahre alt. Für die DDR naht der 40. Geburtstag – es wird der letzte sein. Wilhelm und seine Frau Charlotte, einander in inniger Verbitterung verbunden, rüsten sich für Wilhelms Ehrentag. Nachbarn, Genossen und singende Pioniere treten an, um dem Genossen Powileit zu gratulieren, Blumen zu überreichen
und ihm einen weiteren Orden zu verleihen.

Charlotte hofft auf die Unterstützung der Familie: Ihr Sohn Kurt, der 1956 aus den Arbeitslagern der UdSSR nach Ostberlin gekommen ist und in Ostberlin als Historiker arbeitet, Kurts russische Frau Irina, die er heimlich betrügt, und auch Charlottes erwachsener Enkel Sascha haben ihre festen Plätze im parteikonformen Jubiläumsspektakel. Doch Sascha wird heute nicht wie gewohnt den Tisch fürs kalte Buffet aufbauen. Er ist, nur wenige Tage zuvor, in den
Westen abgehauen. Die Nachricht platzt in die Festgesellschaft wie eine Bombe ...

 

„Es wäre ein Leichtes gewesen, sich über diese Menschen zu erheben, sich über ihren Glauben an ein im Untergang befindliches System lustig zu machen. Doch gerade dass
Geschonneck und Kohlhaase einen Ton wählen, der die Agonie der DDR zwar schonungslos aufzeigt, dabei aber dennoch voller Sympathie für die Menschen bleibt, ohne sie zu verklären, macht diesen Film zu so einem starken Film.“
programmkino.de

 

Regie: Matti Geschonneck
Darsteller: Bruno Ganz, Hildegard Schmahl, Sylvester Groth
D 2016
101 Minuten
FSK ab o. A.