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Rafiki

Queer Film Nacht im Central

„Gute kenianische Mädchen werden gute kenianische Ehefrauen“ – Kena lernt schon früh, was von Mädchen und Frauen in ihrem Heimatland erwartet wird: artig sein und sich dem Willen der Männer fügen. So wird auch ihre alleinerziehende Mutter dafür verantwortlich gemacht, dass ihr Mann sie für eine jüngere Frau verlassen hat. Doch die selbstbewusste Kena lässt sich nicht vorschreiben, wie sie zu leben hat. So freundet sie sich auch mit der hübschen Ziki an, obwohl ihre Väter politische Konkurrenten sind. Das Gerede im Viertel ist den Mädchen zunächst ziemlich egal. Doch als sich Kena und Ziki ineinander verlieben, müssen sie sich entscheiden: zwischen der vermeintlichen Sicherheit, ihre Liebe zu verbergen, und der Chance auf ihr gemeinsamen Glück.

Regisseurin Wanuri Kahiu mag eine Neuentdeckung für Cannes und im größeren Sinne für die „westliche Welt“ sein, in ihrer Heimat Kenia ist sie allerdings seit ihrem Erstlingswerk „From A Whisper“ eine der treibenden Kräfte in Sachen Film und Politik. Ihr neuestes Werk Rafiki ist nicht nur der erste ostafrikanische Beitrag in Cannes, sondern darf sich auch in eine illustre Reihe von Werken einreihen, die im eigenen Land verboten sind, denn Homosexualität – egal ob in Ausübung oder nur Darstellung – ist in Kenia verboten.

 

„Rafiki ist faktisch und ehrlich, erliegt aber keiner melancholischen Sehnsucht, sondern nimmt die Erneuerungsbewegung selbst in die Hand und beginnt, neue Ideen, neue Bilder sowie ein Kenia und eine Welt der Zukunft zu imaginieren.“
kino-zeit.de

 

Regie: Wanuri Kahiu
Darsteller: Samantha Mugatsia, Sheila Munyiva, Neville Misati
SA/KE/F/NL/D 2018 // 82 Minuten
FSK o. A.