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Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln

Der Schriftsteller Christoph Peters aus Berlin liest im Sieboldmuseum aus seinem Roman „Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln“

Hubert Winkels schreibt in der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ über das Buch von Christoph Peters: „Peters’ Roman ist seinem Freund Jan Kollwitz gewidmet, Urenkel von Käthe Kollwitz, der tatsächlich in Cismar an der Ostsee einen Anagama-Ofen betreibt und allerschönste japanisch inspirierte Keramiken produziert, die inzwischen in vielen Museen und Ausstellungen zu sehen sind. Sie bestechen vor allem durch ihre farbige Glasur, die durch den Ascheanflug im Ofen entsteht, also abhängt von Temperatur, Feuchtigkeit, Luftdurchzug und vom tagelangen Nachfeuern von Buchen- und Kiefernholzscheiten, von einer Person, mit eigenem Rhythmus, mit eigener intimer Kommunikation mit dem Ofending aus dem fernen Osten. Der 54-jährige Jan Kollwitz hat sich nämlich vor 25 Jahren von einem alten japanischen Ofenbaumeister einen traditionellen Ofen hier in Deutschland bauen lassen, eine große Seltenheit.

Tatsuo Watanabe heißt das lebendige Vorbild von Peters’ Herrn Yamashiro. Und vom Weg des Ofensetzers nach Deutschland, ins Land der Mettbrötchen, Schweineschnitzel und Schinkenhäger, handelt der japanophile Roman, von einem Zen-Weg wohl, den man aber nicht als solchen erkennen muss, weil darin die Kunst der Selbstverkleinerung, des Selbst-Verschwindens wirkt. Hingabe an die Sache statt Aufrichtung von Ich und Kunst.“ (Hubert Winkels, Zeit Nr. 23, 2014)