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Unvollkommen

#DatingWithTheatre erkundet die Grenzen des Theaters und erzählt eine Geschichte von Krieg, Wünschen und Identität.

In UNVOLLKOMMEN erzählt ein Körper, drehend, fallend, wieder aufstehend, von Gebrochenheit. Es ist ein Ringen mit den Erinnerungen und einer Vergangenheit, die sich ihm eingebrannt hat. UNVOLLKOMMEN erzählt von Semah. Wer ist Semah? Sie ist eine Frau, sie ist kurdische Alevitin, sie ist eine Tochter, die einmal den Wunsch hatte Tänzerin zu werden. Sie ist mittlerweile Kriegsreporterin, die wegen ihrer kritischen Berichterstattung inhaftiert wird. In Untersuchungshaft wird sie vergewaltigt. Die anhaltenden Morddrohungen nach ihrer Entlassung zwingen sie schließlich das Land auf illegalem Weg zu verlassen. Im neuen Land ist sie eine Fremde, einsam und sprachlos. Identität wie ein Kleid abstreifen und einfach ein neues anziehen, ist das möglich? Semah versucht es und findet als Rosa neues Selbstbewusstsein und einen Weg aus der sozialen Isolation. Doch Semahs Vergangenheit holt Rosa schließlich ein, als sie eines Abends dem einen Mann wieder begegnet. Oder handelt es sich um eine verhängnisvolle Verwechslung? Sie geht mit ihm. Später kehrt Semah mit einem neuen Kapitel aus ihrer jüngsten Vergangenheit zurück. Mit undurchdringlichem, reglosem Blick steht sie da. Sie hat einen Stuhl bei sich; Blutspuren darauf. Wer ist diese Semah?

UNVOLLKOMMEN ist eine Produktion von Şermola Performans, in Zusammenarbeit mit dem Kulturbunker Köln.
 
Konzept:
Was geschieht, wenn politische Fragen im öffentlichen Raum künstlerisch verhandelt werden? #DatingWithTheatre erkundet die Grenzen des Theaters und sucht nach Möglichkeiten, Theater anders erfahrbar zu machen. Es ficht die strukturellen Verhältnisse an, die die Teilhabe am deutschen Theater- und Kulturbetrieb erschweren.
Auch inhaltlich beschreitet #DatingWithTheatre andere Wege und stellt den etablierten Perspektiven der deutschen Theaterlandschaft neue Erzählungen entgegen. Unterrepräsentierte Biographien und Blickwinkel rücken ins Zentrum. Die Stücke bieten den „Stories of the Displaced“ eine Bühne und machen sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.