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"Das Bürgerbräu fragt … Roland, Geschäftsführer und Entwickler des Bürgerbräu Geländes"

Entdecke das Bürgerbräu und lerne den Geschäftsführer und Entwickler des BB-Geländes Roland Breunig kennen.

Bürgerbräu: Vielen Dank, dass Sie für das Interview zur Verfügung stehen, stellen Sie sich doch bitte vor der ersten Frage kurz vor.

Roland: Mein Name ist Roland Breunig, ich bin Architekt, 54 Jahre alt, habe eine Familie mit 4 Kindern und bin seit 30 Jahren selbstständig mit einem Architekturbüro und habe das Bürgerbräu-Gelände entwickelt.

 

Bürgerbräu: Wie sind Sie auf das Bürgerbräu-Gelände gekommen, was hat Sie besonders angesprochen?

Roland: Meine Großeltern sind hier aus dem Stadtteil. Also ich kenne es schon seit ich ein Kind bin. Ich war früher intensiv in der Würzburger Theater- und Kulturszene verwurzelt und wollte immer ein Theater her machen. Später als Architekturstudent dachte ich mir, dass man hier, aus der Industriebrache, etwas Großartiges machen kann. Aus dieser fixen Idee ist dann irgendwann ein konkretes Projekt geworden.

 

Bürgerbräu: Wie der Name Bürgerbräu verrät, war das Areal früher eine Brauerei. Wo können Besucher heute noch die Geschichte des Bürgerbräu sehen und wie wurde die Historie mit in den Umbau eingebunden?

Roland: Wenn man genau hinschaut, kann man die Geschichte überall erkennen. Die Gebäude sind alle durchnummeriert, jedes Gebäude hat ein Schild, auf dem steht, als was das Gebäude früher einmal genutzt wurde. Sudhaus, Maschinenhaus oder hier stehen wir vor der alten Picherei, in der die alten Fässer ausgespült wurden. Es gibt auch eine Kurzhistorie des Geländes, die mit großen Schautafeln sichtbar ist und wir haben versucht mit der Architektursprache auch die Reste der Brauerei und die Geschichte sichtbar zu lassen, sprich auch die Narben, die die Geschichte hinterlässt, erlebbar zu machen.

 

Bürgerbräu: Wie kam es zu der Umgestaltung des Bürgerbräu zu einem Kultur- und Kreativzentrum? Wie kam Ihnen die Idee dazu?

Roland: Wenn man sich die Gebäudlichkeiten anschaut und sich ein bisschen in Deutschland umschaut, was an ähnlichen Orten passiert, ist die Idee sehr naheliegend. Tatsächlich wurden wir zuerst wegen der Idee verlacht, weil gesagt wurde, dass Würzburg nicht Frankfurt oder Berlin oder dergleichen sei. Aber es ist tatsächlich so und ich weiß auch aus meiner früheren Tätigkeit in der Kultur- und Kreativszene, dass es eine sehr breite Kultur- und Kreativszenen in Würzburg gibt, wie man auch mittlerweile unstrittig erkennen kann. Diese hat eine Verortung gesucht und Kultur- und Kreativzentrum heißt nicht nur Künstlerateliers und Musiker, sondern auch IT, Werbung, Grafik, Architektur, Design, Fotografie und eigentlich jeder, der kreativ in irgendeiner Form arbeitsmäßig tätig ist. Deswegen lag es mit diesen Räumlichkeiten, die eine gewisse Geschichte und Kreativität ausstrahlen, auf der Hand, dass man diese Szene genau hier verortet und dieser somit einen Platz gibt. Die Menschen, die hier sind, geben uns auch recht, weil sie sehr gerne hier sind und den Platz zum Leben erweckt haben.

Bürgerbräu: Für was steht das Bürgerbräu? Wie soll das BB wahrgenommen werden?

Roland: Das Bürgerbräu steht für ein Hauch von echter Großstadt in einer kleinen Großstadt, die ja Würzburg ist. Dieser soll auch hier ein bisschen durchwehen und ich glaube, das tut er mittlerweile auch. Wahrgenommen werden soll es als Quartier und Ort für Menschen, die über den Tellerrand hinausschauen, die kreativ sind und auch kreative Ideen leben. Dafür soll das Bürgerbräu einen Raum bieten und so soll es wahrgenommen werden. Diese Wahrnehmung wird durch vielen konkrete Dinge gestärkt, wie den Kulturkeller Z87, das Theater Ensemble, das Programmkino oder die vielen Ateliers, diese sprechen ja genau diese Sprache und können sofort erlebt und erkannt werden. Wenn man genau hinschaut und hinter die Kulissen der Menschen, die hier arbeiten, dann findet man sehr viele offene, aufgeschlossene und kreative Menschen.

 

Bürgerbräu: Gemäß dem Slogan „Entdecke das Bürgerbräu 2023!“ wollen wir Sie fragen, was die Besucher in Ihren Augen alles entdecken können bzw. was sie erwarten können?

Roland: Was man entdecken kann, sind zum einen die Gebäudlichkeiten die Spaß machen und zum Schlendern auf dem Gelände einladen. Ich lade auch ein nicht nur die üblichen Wege zu gehen, sondern auch mal nach oben, nach Norden in Richtung der Obstwiese und von der Rückseite das Bürgerbräu anzuschauen, das ist sehr charmant und gibt ganz neue Einblicke. Ich lade ein ins Kino Central zu gehen, das vor 3 Jahren einen Preis bekommen hat für eines der schönsten Programmkinos Deutschlands. Man ist hier in den alten Bierkellern, in denen leider kein Bier aber heute umso besser ein Kino ist. Und ansonsten gerne auf die Website schauen, was hier unter Menschen und Machern steht und wenn man dann sieht wie viele interessante Menschen, Büros, kreative Köpfe auf dem Gelände sind oder auch das Theater, der Kulturkeller, die Sektkellerei, dann gibt es glaube ich so viel zu entdecken, dass ein Tag nicht ausreicht.

 

Bürgerbräu: Der Umbau ist noch nicht fertig und es sind noch weitere Projekte auf dem Bürgerbräu geplant. Auf was können sich die Besucher in Zukunft noch freuen?

Roland: Wir haben bereits das Thema Gastronomie und Veranstaltung auf dem Gelände, mit dem Café Glück und Gut und dem Maschinenhaus, indem Markus Grein Catering regelmäßig Veranstaltungen macht (auch für die Öffentlichkeit). Hier wird noch etwas dazu kommen, die Sektkellerei plant etwas dergleichen, das gerade umgebaut wird. Es wird auch weitere Veranstaltungsflächen in Form einer richtig schönen Abendbar geben, die dem Gelände und auch Würzburg gut tun wird. Außerdem wird es noch eine Überraschung im Sudhaus geben.

Bürgerbräu: Was machen Sie am liebsten auf dem Bürgerbräu-Gelände?

Roland: Es freut mich am meisten, wenn ich hier bei Veranstaltungen Gast bin, ohne dass ich aktiv irgendetwas tun muss und einfach beobachten kann, wie die Menschen gerne hier sind. Anfang des Jahres war ich zum Beispiel auf dem Internationalen Filmwochenende, wo die Leute begeistert auf dem Gelände rumgelaufen sind und endlich wieder raus konnten. Dann lebt das Bürgerbräu als solches auch und tut genau das, was ich mir vor 10, 12 Jahren eigentlich gewünscht habe. Das ist das, was mich am meisten freut, das mache ich am liebsten und ich hoffe, das werde ich auch in Zukunft hier gerne tun können.

 

Bürgerbräu: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Bürgerbräu?

Roland: Ich wünsche mir, dass die Entwicklung, die weitgehend abgeschlossen ist, sich in den nächsten Jahren endgültig abschließen lässt. Und ich wünsche mir, dass das Bürgerbräu, die Idee und den Gedanken, den wir hier reingelegt haben, auch weiterträgt, dass die Menschen diesen weitertragen, am Ende des Tages auch ohne die Gründer. Ich wünsche mir Synergie, Partnerschaft und Harmonie zwischen den Menschen, die hier sind und auch eine große Strahlkraft nach außen.

Roland Breunig
roland.breunig@archicult.de

archicult gmbh - breunig architekten

Bürgerbräu | 12 Büttnerei
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97082 Würzburg

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