Paradise Lost“ ist ein episches Gedicht in der Tradition Homers oder Vergils von John Milton aus dem Jahr 1667 und handelt vom Höllensturz der gefallenen Engel, dem Sündenfall von Adam und Eva sowie deren Vertreibung aus dem Garten Eden. Den Großteil des Werks nimmt allerdings die Perspektive Satans an, der als Engel gegen den Gott rebellierte und als Racheakt mit den Höllenfürsten beschließt, dass man Gott am meisten ärgern kann, indem man die Erde zur Hölle macht und die Menschen korrumpiert. Der selbsternannte „Seherdichter“ Milton erzählt dabei mit der Vorhersehung, schon zu wissen was passieren wird bzw so spricht als sei es schon passiert, was die Unausweichlichkeit des Sündenfalls unterstreicht.
Das Werk entstand während der kurzen Zeit der Republik in England (Commonwealth) unter Oliver Cromwell und wurde 1667, 7 Jahre nach der Wiederherstellung der Monarchie, also dem Scheitern der republikanisch-puritanischen Revolution veröffentlicht. Dabei war John Milton selbst auf Seiten der Revolutionären unter Cromwell „Secretary for Foreign Tongues“, ein gefürchteter Politschreiber. Milton entging nur dank einer Generalamnestie und einflussreichen Freunden dem Todesurteil. Dabei kann das Werk auch als Aufarbeitung der Trümmer dieser Zeit verstanden werden.
Paradise Lost ist ein fester Bestandteil der englischen Literatur. Dennoch gibt es nur wenige Adaptionen, zu nennen ist hier vor Krzysztof Penderecki’s gleichnamige Oper. In der Populärkultur finden sich jedoch spätestens seit Mitte des 20. Jahrhunderts häufiger Anspielungen auf einzelne Verse oder Themen des Epos. Berühmt wurde vor allem Philip Pullmans „His Dark Materials“.
Das Epos wurde vom Ensemble für die Bühne stark gekürzt. In dieser modernen Adaption stellt sich die Frage nach den Ursachen für das Leid der Menschheit und verfolgt heute weiterhin zeitgemäße Themen von Freiheit, freiem Willen, Tyrannenherrschaft und gekränkten Egos.
