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10 Jahre Dreifachkatastrophe in Japan

Sonderausstellung im Sieboldmuseum vom 12. März bis zum 25. April

Am 11. März dieses Jahres erinnert man sich weltweit zum zehnten Mal der verheerenden Dreifach-Katastrophe in Fukushima/Ostjapan 2011. Die Siebold-Gesellschaft entschloss sich, durch eine direkte Intervention gezielte Hilfe zu leisten. In der Präfektur Iwate, nördlich von Fukushima, existierte ein Kinder- und Waisenhaus in der Stadt Ichinoseki, in dem unter Leitung der deutschen Ordensschwester Caelina Mauer seit Jahren das Kinderheim Fujinosono betrieben wurde. Die Auswirkungen des Tsunami waren aufgrund der geographischen Lage nicht spürbar und die atomare Gefahr durch das zerklüftete Gebirge nur eingeschränkt, dafür aber die Folgen des bisher stärksten Erdbebens (9,0) unübersehbar. Schwerste Beschädigungen in den Betonteilen des Heimes ließen eine weitere Nutzung des Gebäudes nicht mehr zu. Ein Neubau mit Gesamtkosten von ca. 10 Mio. Euro war notwendig. Unter Führung der Malteser International Organisation wurden die notwendigen fachlichen und sachlichen Unterstützer sehr bald gefunden. Die Siebold-Gesellschaft konnte mit Hilfe des Engagements zahlreicher Schulen, Institutionen und vieler Privatpersonen ein beachtliches Spendenergebnis von über 250.000 Euro für den Neubau erzielen. Bereits am 29. Juni 2013 fand die feierliche Wiedereröffnung statt, wobei die Realisierung, verbunden mit einem autarken Eco-Energiesystem, ein Vorzeigemodell für Gesamtjapan war und diese technischen Einrichtungen und Umweltmaßnahmen Anregungen für zahlreiche Interessenten aus dem sozialen und kommunalen Umkreis gaben. Selbst der heutige japanische Kaiser Naruhito hatte im Herbst 2011 – noch als Kronprinz – in Tokyo ein Architekturmodell des geplanten Neubaus zusammen mit Bundespräsident Christian Wulff an einem Ausstellungsstand besichtigt und sich spontan positiv dazu geäußert.

Auf Initiative von Mahito OHGO und der OAG Tokyo wurde mit Unterstützung der Deutschen Botschaft eine Themenausstellung initiiert, die in den vergangenen Jahren bereits zweimal auf außerordentliches Interesse stieß. Das Siebold-Museum kann nun in der aktuelle Sonderausstellung mit dem Titel „Never Forget Tohoku 2011“ die japanische Ausstellung zeigen, unterstützt durch das freundliche Entgegenkommen der OAG Tokyo und der Deutschen Botschaft in Tokyo. Die Ausstellung hat ihren Schwerpunkt u.a. in Dokumentationsfotos des damaligen ZDF-Studio Tokyo Kameramanns Toby Marshall und Medienberichten über die Initiativen der Siebold-Gesellschaft. Einen weiteren Höhepunkt stellen die ca. 150 Bilder und Zeichnungen von japanischen Kindern und Jugendlichen dar, die auf Veranlassung der Deutschen Botschaft ihre Vorstellungen über „Mein Deutschland“ (Watashi no Doitsu) zum Ausdruck bringen.

Weitere Angebote und Informationen auf der Sebsite des  >> Sieboldmuseum